Günter Wageneder
Tanja Jadin
Unter
dem Schlagwort eLearning2.0 wollen wir in diesem Artikel Lehr- und
Lernszenarien vorstellen und diskutieren, in denen Social Software, vor
allem Wikis, Weblogs und RSS(1)
als didaktische Werkzeuge eingesetzt werden. Wenn wir den Begriff
eLearning2.0 verwenden, stellt sich die Frage, was ist neu am
eLearning2.0 und was ist oder war eLearning1.0? Wenn wir uns dem
Ursprung der "Versionshysterie" zuwenden, also dem Wort Web2.0 von Tim
O`Reilly (O`Reilly, 2005),
so sind die wesentlichsten Merkmale der Generation 2.0, dass das Web
zur Plattform wird, dass die Nutzer ihre eigenen Inhalte gestalten und
verwalten, dass zunehmend eigene, bisher persönliche Daten
oder
Inhalte verschlagwortet (also mit Tags(2)
versehen) und öffentlich präsentiert werden. Hier
sind
Anwendungen wie Wikis, Weblogs, Flickr und YouTube zu nennen. Es geht
nicht mehr um reine Veröffentlichung auf Homepages (Web1.0),
sondern um die Teilnahme (Web2.0) in weltweiten Netzwerken (O`Reilly,
2005). In welchem Zusammenhang stehen diese neuen Medien nun zu
eLearning und welche Potenziale gilt es zu nutzen? Kerres (2006) stellt
eLearning1.0 dem eLearning2.0 gegenüber: Bei eLearning1.0 war
die
Lernumgebung "eine Insel im Internet mit Inhalten und Werkzeugen"
(ebd., S.6) und wandelte sich bei elearning2.0 hin zu einem Portal.
Während bei der Version 1.0 der oder die Lehrende alle
Ressourcen
den Lernenden zur Verfügung stellt, werden bei 2.0 diese von
den
Lehrenden aggregiert. Die dritte Unterscheidung betrifft die Ebene der
Lernenden. Diese nutzen nicht allein die vorgegebenen Inhalte und
Werkzeuge, sondern konfigurieren ihre eigene n persönlichen
Lern-
und Arbeitsumgebungen (ebd., S.6).
Wir wollen
daher folgende Arbeitsdefintion
für diesen Artikel vorschlagen:
Von eLearning2.0. kann dann gesprochen werden, wenn unter Einsatz von
Web2.0-Medien bzw. von Social Software wie Wikis, Weblogs und RSS Lernende in kollaborativen
Lernaktivitäten
Inhalte selbständig erarbeiten und erstellen und für
ihre
Lernziele verwenden. Gemäß dieser Definition wird
ein
wesentliches Merkmal eines eLearning2.0 klar erkennbar: die
Selbständigkeit der Lernenden beim Wissenserwerb. Dieses
Charakteristikum ist jedoch nicht neu. Bereits in bestehenden Lehr- und
Lerntheorien kennen wir die Bedeutsamkeit der zunehmenden
Lernerautonomie und die veränderte Rolle von Lehrenden in Form
von
Tutor/inn/en oder Coaches (mehr dazu bei Jadin, in Druck). Dementsprechend
macht es Sinn, zwei Formen des Lehrens und Lernens mit neuen Medien wie
folgt zu unterscheiden.
Zwei Formen des Lehrens und Lernens mit neuen Medien
Ausgehen
möchten wir von einer uns wichtig erscheinenden
Differenzierung zwischen zwei Formen des Lehrens und Lernens mit neuen
Medien: "eLearning
mit Selbstlernmaterialien" und "Seminaristisches
eLearning". Bei
der einen Form steht die Vermittlung bzw. das Konsumieren fixer und
genau abgegrenzter Inhalte im Vordergrund - ähnlich wie bei
einer
Vorlesung; bei der anderen Lehr- und Lernform das prozesshafte Lernen,
die Kommunikation und die Kollaboration – vergleichbar einem
Seminar. Siehe dazu die folgende Tabelle 1:
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eLearning mit Selbstlernmaterialien |
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Seminaristisches eLearning |
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<------------------------ tendenziell ------------------------> |
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Inhaltsorientierung |
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Prozessorientierung |
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an kognitivistischen oder behavioristischen Prinzipien orientiert |
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an konstruktivistischen Prinzipien orientiert |
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individuelles Lernen |
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kooperatives/kollaboratives Lernen |
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Kommunikations- u. Kooperationstools spielen eine geringe Rolle |
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Kommunikations- u. Kooperationstools spielen eine große Rolle |
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(Tutorielle) Betreuung möglich aber selten |
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(Tutorielle) Betreuung wichtig und häufig |
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(lehrerzentriert) |
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lernerzentriert |
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(asynchron (eigentl. n/a, da keine Kommunikation) |
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asynchron/
synchron |
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ungetaktet oder getaktet |
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getaktet |
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Implementierung: Mediendidaktik und –design spielen eine große Rolle |
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Implementierung: Mediendidaktik und –design spielen eine geringere Rolle |
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hoher Implementierungsaufwand, niedriger Betreuungsaufwand |
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geringer Implementierungsaufwand, hoher Betreuungsaufwand |
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Betonung des Multimedialen |
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Weniger Multimedia |
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vernetzt |
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linear (--> vernetzt) |
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Verortung nach Schulmeister 2003: |
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(Form: virtuell) |
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Form: integriert --> virtuell |
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(Funktion: n/a) |
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Funktion: asynchrone Kommunikation --> synchrone Kooperation |
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Methoden: Instruktion oder expositorische Lehre |
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Methoden: moderierte problemorientierte Arbeitsgruppen --> selbstorganisierte Lerngemeinschaften |
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Verortung nach Harmon & Jones 1999: |
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(Immersive Web-Use) |
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Essential Web-Use --> Immersive Web-Use |
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Anm.: n/a .... nicht anwendbar |
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Tabelle 1: eLearning mit Selbstlernmaterialien und
Seminaristisches eLearning (eigene Darstellung)
Die Bedeutung dieser Unterscheidung liegt darin begründet, dass für "eLearning mit Selbstlernmaterialien" und für "Seminaristisches eLearning" je unterschiedliche Aspekte didaktischer und instruktionaler Theorien sowie von Theorien des Lehrens und Lernens und deren Umsetzung in die Praxis von Relevanz sind. So haben - um nur je ein Beispiel zu nennen - die von Mayer 2001 aufgezeigten "Multimedia Principles" vor allem für die Gestaltung von Selbstlernmaterialien hohe Relevanz, Theorien und Befunde rund um "Computer Supported Collaborative Learning" (CSCL) spielen dagegen speziell im Kontext von seminaristischem eLearning eine Rolle.
Folgen der Web2.0-Entwicklungen
auf das Lehren und Lernen mit neuen Medien
Bevor wir diskutieren, ob Entwicklungen der Netzkultur der letzten zwei, drei Jahre auf universitäres Lehren und Lernen mit neuen Medien Auswirkungen haben oder haben können (und wenn ja, welche), macht es Sinn, zuvor fest zu machen, welcher Seite der oben aufgezeigten Klassifikation wir uns zuwenden.
Auf der Seite der Selbstlernmaterialien
besteht ein wesentlicher Einfluss der gemeinhin unter dem Begriff
"Web2.0" zusammengefassten Entwicklungen in den neuen Formen des
Umganges mit Content und vor allem bei der Erstellung von Content
(Lerninhalten, Lernobjekten). Wir möchten an dieser Stelle nur
einige wenige Beispiele nennen:
Herstellen von Lehr-/Lernmaterialien: Beim Produzieren von Lernmaterialien kann man mittlerweile problemlos auf Inhalte zurückzugreifen, die man nicht erworben oder selbst erstellt hat. Zahlreiche Content-Austauschportale und das darin oftmals implementierte Creative Commons-Lizenzmodell machen dies möglich. Zwei der berühmtesten Beispiele hierfür sind www.flickr.com für den Austausch von Bildern und www.youtube.com für den Austausch von Videos (mehr Portale dieser Art unter del.icio.us/guenter_w/share). Zudem haben durch zahlreiche Wiki-Projekte (z. B. Wikipedia, Wikibooks, Wikiversity, eLib.at u. v. a. m.) und Weblogs die Referenzierungsmöglichkeiten zugenommen. Die Frage nach der Verwendbarkeit dieser Inhalten für Lehr-/Lernszenarien sei an dieser Stelle aber offen gelassen.
Austausch von Lehr-/Lernmaterialien: Vereinfacht haben sich ebenso die Bereitstellung eigener Inhalte und der Zugriff auf Lehr-/Lernmaterialien, die von anderen Personen produziert wurden; sei es in den oben genannten oder in speziell für Lernobjekte eingerichteten Portalen (vgl. del.icio.us/guenter_w/learningobjects).
Information über neue Lehr-/Lernmaterialien: Letztlich wurde es Dank der weit verbreiteten Bereitstellung und Nutzung von RSS-Feeds einfacher, über Neuerungen in solchen Portalen auf dem Laufenden gehalten zu werden (so erlauben es RSS-Feeds am Ende jeder Kategorien-Seite auf www.merlot.org automatisch über neue Lernmaterialien innerhalb einer Kategorie informiert zu werden; der Feed www.merlot.org/merlot/materials.xml?category=2308 benachrichtigt bspw. über aktuelle Lehr-/Lernmaterialien zum Thema "Education > Teaching and Technology > Instructional Design").
In unserem Workshop und in diesem Artikel wollen wir uns aber vor allem auf das prozesshafte, auf das kollaborative und kommunikative Lehren und Lernen mit neuen Medien beziehen, auf ein – wie wir es hier nennen möchten – seminaristisches eLearning. Gemeint ist, ein Lernen, bei dem nicht fertig bereit gestellte Inhalte konsumiert werden. Statt dessen sind die Lernenden gefordert, Informationen zu recherchieren, diese einzubringen und/oder Inhalte selbst zu erstellen; ein Lernen, bei dem die Lernenden längst vor dem Einzug der neuen Medien in unsere Hochschulen von passiv Konsumierenden zu aktiv Gestaltenden werden durften.
Beispiele für seminaristisches
eLearning mit Social Software in universitären Lehrveranstaltungen
Um die
Möglichkeiten und den Einfluss von Web2.0-Entwicklungen auf
ein seminaristisches
eLearning
diskutieren zu können, wollen wir Beispiele
universitärer
Lehrveranstaltungen schildern, in denen typische als Social Software zu
klassifizierende Werkzeuge verwendet werden (in den geschilderten
Fällen sind dies vor allem Wikis, Weblogs, RSS-Dienste, Tagging
und auch Diskussionsforen):
Beispiel 1: ePortfolio und Wiki im "Projektseminar eLearning"
Zu Beginn der Lehrveranstaltung "Projektseminar eLearning" im SS 2006 wurden Studierende in Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe konnte ein von der Lehrveranstaltungsleiterin vorgegebenes Thema bzw. Projekt wählen. In den Projekten sollte das bisher erworbene Grundlagenwissen bereits absolvierter Lehrveranstaltungen angewendet werden (z.B. Berücksichtigung von motivationalen Aspekten, Einbeziehen didaktischer Aspekte etc.). Die Aufgabe für die Studierenden bestand darin, während des Semesters laufend an dem Projekt zu arbeiten und den Lern- und Projektfortschritt zu dokumentieren (ePortfolio). Im Laufe des Semesters mussten die Projekte einmal präsentiert und zudem im Plenum diskutiert werden. In der verbleibenden Zeit innerhalb der LV konnten die Studierenden an ihren Projekten bzw. an ihren ePortfolios arbeiten. Lehrveranstaltungsbegleitend wurde ein Kurs in der Lernplattform Moodle zur Verfügung gestellt. Dieser gab einen Überblick über Organisation, Ablauf der LV, neue und wichtige Ankündigungen, bot ein Diskussionsforum und Chat, alle Präsentationsunterlagen und Literaturvorschläge sowie Links.
Seminaristisches
eLearning mit Social
Software in dieser LV: Konkret
sollten die Studierenden ein ePortfolio in der ePortfolio-Plattform
Elgg erstellen und ihr Lerntagebuch entweder im Wiki oder im Elgg
führen. Dabei sollten sie über ihre
(Lern-)Erfahrungen mit
dem Thema und mit den verwendeten Werkzeugen (Wiki und Elgg)
reflektieren und protokollieren. Gegen Ende der
Lehrveranstaltung mussten die Studierenden im Rahmen einer
Übung
den Projektbericht einer anderen Gruppe lesen und kommentieren.
Am Ende des Semesters sollte ein abgeschlossener Projektbericht (in
Form eines ePortfolios)
im Wiki der Universität Linz vorliegen (elearn.jku.at/wiki/index.php/Projektseminar_eLearning).
Beispiel 2: Ein Wiki-Lehrbuch von Studierenden in der Lehrveranstaltung "Gestaltung und Evaluation von eLearning Szenarien"
In einer
Lehrveranstaltung im WS 2005/06 von Bernad Batinic an der
Universität Linz war es die Aufgabe von Studierenden ein
Lehrbuch
zu verfassen. Dieses sollte im Wiki geschrieben werden und Themen der
Lehrveranstaltung, namentlich die Gestaltung und Evaluation von
eLearning-Szenarien umfassen (elearn.jku.at/wiki/index.php/Gestalten_und_Evaluieren_von_eLearning_Szenarien).
Jede/r Student/in hatte ein Kapitel zu bearbeiten. Mit diesem Lehrbuch von Studierenden für Studierende
sollte eine Alternative zu herkömmlichen Lernszenarien, wie
das Schreiben von Seminararbeiten, erprobt werden.
Seminaristisches
eLearning mit Social
Software in dieser LV: Im
Peer Review-Verfahren musste jede/r Student/in ein Kapitel eines
Kollegen oder einer Kollegin lesen und bewerten. Darauf aufbauend
wurden die Kapitel überarbeitet. Eine darauf folgende
Lehrveranstaltung zielte darauf ab, das Lehrbuch zu
vervollständigen und zu optimieren (so wurden z. B.
Kontrollfragen
am Ende jedes Kapitels eingebaut). Die Studierenden waren eingebunden
in ein gemeinschaftliches Projekt, bei dem im Kontext gelernt werden
konnte und Lernszenarien gestaltet und evaluiert wurden. Sie hatten
somit die bereits recherchierten, verfassten und relevanten Aspekte im
Projekt "Lehrbuch" angewendet. Durch das Peer-Review
Verfahren kam noch zusätzlich der Evaluationsaspekt zur
Geltung.
Beispiel 3: Das Wikibook "Soziologische Klassiker" im PS "Lektüre klassischer soziologischer Texte"
Im Sommersemester 2006
haben 70 Studierende eines Proseminares am
Fachbereich Soziologie der Universität Salzburg (abgehalten
von
Manfred Gabriel) gemeinsam das Wikibook "Soziologische Klassiker"
verfasst. Abgesehen von der Koordination der Arbeitsgruppen und ersten
Recherchen und Vorarbeiten, die in der Lernplattform der
Universität Salzburg erfolgten, fand die inhaltliche Arbeit
fast
zur Gänze auf de.wikibooks.org
statt. Bis zum Ende des Semesters sind so knapp 70 lexikalische
Einträge zu wichtigen Soziologinnen und Soziologen entstanden.
Sowohl der Verlauf als auch das Ergebnis der Arbeit können
unter de.wikibooks.org/wiki/Soziologische_Klassiker
eingesehen werden. Eine ausführlichere Beschreibung des
Konzeptes
dieser LV finden Sie in der Sammlung didaktischer Szenarien auf dem
neuen fnma-Portal (Direktlink: www.fnm-austria.at/strategiecontent/Ditaktische/).
Seminaristisches
eLearning mit Social
Software in dieser LV:
Die Studierenden haben gemeinsam an einem größeren
Ganzen
gearbeitet und sich dabei die neuesten Entwicklungen des WWW zu Nutze
gemacht: kursinterne Wikis; das Wikipedia-Seitenprojekt Wikibooks;
universitätsexterne Personen (allen Salzburger Beteiligten
unbekannte Nutzer/innen von Wikibooks) haben sich inhaltlich und
speziell als Redakteure in die Arbeit eingebracht und insbesondere auf
die Berücksichtigung von Urheberrechten und die Verwendung von
lizenzfreien oder nach Creative Commons lizenzierten Inhalten (de facto
Texte und Bilder) geachtet.
In dieser an der Universität Salzburg
im laufenden Semester (WS 2006/07)
abgehaltenen Lehrveranstaltung wird versucht, den Teilnehmer/inne/n
Kompetenzen der Nutzung neuerer Technologien im Bildungswesen (Schule,
Hochschule, Berufs- und Weiterbildung) zu vermitteln. Konkret geht es
darin a)
um die Nutzung von Webtools (Diskussionsforen, Chats, WikiWebs,
Weblogs, ePortfolios, ..., Lernplattformen) im Bildungswesen, b) um die
Produktion von eLearning-Content mit dafür entwickelten
Autorentools sowie c)
um didaktische Aspekte der Nutzung von Webtools (in Hinblick auf
seminaristisches eLearning; vgl. oben) und der Produktion von
eLearning-Content (in Hinblick auf eLearning mit Selbstlernmaterialien;
vgl. oben).
Seminaristisches
eLearning mit Social
Software in dieser LV: Gegenstand
der Bewertung der Studierenden in dieser LV sind zum einen
Übungen, an denen die Studierenden gänzlich online in
Diskussionsforen und Wiki-Webs (zumeist kollaborativ) arbeiten, zum
anderen "Learning & Reflection ePortfolios" innerhalb der
hierfür installierten Plattform Elgg. In den ePortfolios
sollen
die Studierenden (nach wiederholten Impuls-Vorträgen des
LV-Leiters) ihr eigenständiges Weiterlernen dokumentieren bzw.
auch die gehörten Inhalte kritisch reflektieren und sich mit
ihren
Kolleg/inn/en vernetzen. In der inhaltlichen Gestaltung ihrer
Beiträge im ePortfolio sind die Studierenden dabei (innerhalb
der
groben Grenzen des Themas der LV) völlig frei. Die
Studierenden
konnten also ihre eigenen Schwerpunkte setzen und je nach eigenem
Interesse, Wissen in die LV einbringen und vertiefen. Vom LV-Leiter
erhalten sie dabei wiederholt Feedback, kritische Rückfragen
und
(unverbindliche) Tipps zum Weiterlernen. Dementsprechend wird
für
die Bewertung der Aktivitäten in den ePortfolios der
Studierenden
am Ende des Semesters alleine eine individuelle Bezugsnorm (im
Gegensatz zu einer sozialen oder kriteriellen) herangezogen. Bewertet
wird also der in den ePortfolios dokumentierte individuelle Wissens-
und/oder Kompetenzzuwachs ohne dabei von vorneherein festzulegen worin
dieser bestehen muss.
In der an der Universität Salzburg im
laufenden Semester von
Stefan Karlhuber abgehaltenen LV "eStudy Skills" sind das Web2.0 bzw.
das Social Web und seine Chancen für a) das Suchen und
Finden von Informationen, b)
das Bereitstellen eigener Inhalte sowie c)
für gemeinsames (kollaboratives) Arbeiten selbst Gegenstand
der
inhaltlichen Auseinandersetzung. Es ist daher nahe liegend, dass Social
Software auch als didaktisches Mittel zum Einsatz kommt.
Seminaristisches
eLearning mit Social
Software in dieser LV: Ganz
im Sinne von Personal Learning Environments(3)
sind die Studierenden dieser LV eingeladen, in verteilten Webdiensten
(wie Weblogs, Flickr, eSnips, Wikispaces, del.icio.us, ...) ihr Lernen
und vor allem ihr eigenständiges Weiterlernen (über
die
Inputs des Lehrenden hinaus) zu dokumentieren und zu reflektieren, sich
mit ihren Kolleg/inn/en zu vernetzen und dem Lehrenden Feedback zu
geben. Die Vernetzung zwischen den einzelnen Webdiensten und auch
zwischen den Studierenden untereinander und zwischen Studierenden und
Lehrenden erfolgte dabei via RSS-Feeds. Durch diese Vorgehensweise ist
jede/r Beteiligte/r sowohl auf einer zentralen LV-Seite als auch auf
ihren/seinen eigenen Seiten (bei entsprechendem RSS-Import)
über
die virtuellen Entwicklungen bei den anderen Kursteilnehmer/inne/n
informiert.
Evaluationsergebnisse zu Beispiel 1: ePortfolio und Wiki im Projektseminar "eLearning"
Am Ende des Semesters
füllten 29 von 34 Studierende
einen mehrteiligen Fragebogen aus. Dieser bestand aus dem HILVE
(Heidelberger Lehrveranstaltungsinventar, Rindermann & Amelang,
1994) und aus zusätzlichen Fragen zum
Lehrveranstaltungskonzept
(45 Items und zwei offene Fragen). Dabei wurden die Studierenden
gebeten die an sie gestellten Aufgaben in der Lehrveranstaltung zu
bewerten, das ePortfolio-Konzept sowie Weblog und Wiki für den
Einsatz in der Lehre zu beurteilen. Nachfolgend werden die wichtigsten
Ergebisse daraus dargestellt:
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M |
SD |
1 |
2 |
3 |
4 |
5
|
6 |
7 |
|
% |
% |
% |
% |
% |
% |
% |
|||
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Wiki
für Projekt-Seminararbeiten finde ich ...
(7
= sehr hilfreich, 1 = gar nicht hilfreich) |
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0 |
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